Wie sprichst du mit dir?

Dezember 2, 2025|In Achtsamkeit|6 Minutes

Wie sprichst du mit dir?

Hast du schon einmal darauf geachtet, wie du mit dir selbst sprichst?

Wir führen ständig innere Dialoge, kommentieren in Gedanken unser Verhalten und bewerten uns selbst. Darin können Sätze auftauchen wie: Ich schaffe das nicht. Schon wieder ist mir das passiert. Ich bekomme einfach nichts richtig hin. Ich habe schon wieder die Geduld verloren. Ich kann das einfach nicht. Mein Leben ist ein einziges Chaos. Ich habe immer Pech mit meinen Partnern.  Ich bin einfach nicht gut genug.

Wir denken so viele Sätze, die uns abwerten und herunterziehen. Und meist tun wir das nicht, weil sie der Wirklichkeit entsprechen, sondern weil wir uns diese Gedanken über viele Jahre hinweg angewöhnt haben. Vielleicht hat man uns früher immer wieder gesagt: Das kannst du nicht. Dafür bist du noch zu klein. Das ist nicht dein Ding. In deinem Zimmer herrscht immer Chaos. Deine Schulnoten sind einfach nicht gut genug. Vielleicht haben wir solche Sätze oft gehört und irgendwann begonnen, sie zu glauben. Vielleicht haben wir angefangen zu glauben, wir wären nicht gut genug.

Manchmal reicht ein einziger Satz, ausgesprochen in einem Moment, in dem wir besonders empfindlich sind, und wir nehmen ihn in uns auf. Später, wenn wir ähnliche Situationen erleben, wiederholen wir ihn: Das kann ich einfach nicht. Das ist nicht mein Ding. Ich schaffe das nicht. Ich bin nicht gut genug.

Vielleicht haben wir auch später im Leben Erfahrungen gemacht, die wir für uns auf eine bestimmte Weise gedeutet haben und daraus Sätze abgeleitet wie: Ich bin nicht wichtig. Ich bin nicht beziehungsfähig. Ich gerate immer an die Falschen. Wir haben diese Gedanken wie Samen in uns eingepflanzt, jahrelang mit weiteren Gedanken gegossen und das Pflänzchen ist gewachsen und gewachsen. Heute glauben wir, das sei unsere wahre Natur. Dabei war am Anfang nur ein Gedanke. Ein Samenkorn.
Im Laufe der Jahre verselbstständigen sich solche Gedanken. Wir wiederholen sie unbewusst immer wieder, glauben immer stärker an sie und weil wir mit dieser inneren Überzeugung durch die Welt gehen, ziehen wir Situationen oder Menschen an, die genau das bestätigen. Und so wird es zu unserer Wahrheit.
Wir züchten innere Unwesen und halten sie für unser wahres Selbst. Doch das stimmt nicht. Sie sind nur das Produkt dessen, was wir uns immer wieder sagen.
Dabei fing alles einmal ganz klein an: mit unachtsam ausgesprochenen Sätzen, mit unserer Interpretation von Situationen, mit zu strenger Bewertung unseres eigenen Verhaltens – aber nicht, weil wir so auf die Welt gekommen sind.

Das Interessante ist aber: Es könnte genauso gut andersrum funktionieren.
Wenn wir seit unserer Kindheit immer wieder gehört hätten: Du kannst das gut genug. Du bist vielleicht nicht perfekt organisiert, aber das ist okay. Du wirst es schon schaffen. Du bist gut genug. Dann würden wir heute mit einer völlig anderen inneren Haltung durchs Leben gehen.
Das bedeutet nicht, dass wir nie herausfordernden Situationen begegnen würden. Natürlich würden wir auch dann Fehler machen, Streit in Beziehungen erleben, Dinge nicht so hinbekommen, wie wir es uns vorgestellt haben. So ist das Leben: mal auf, mal ab. Manches können wir gut, anderes weniger gut. Das ist normal und menschlich.
Aber wenn in uns der Glaube verankert ist, dass wir in Ordnung sind, dass wir es schaffen können, dass wir trotz Fehlern gut genug sind, dann gehen wir leichter durchs Leben. Dann können wir selbst in schwierigen Phasen Licht sehen, weil wir in uns ein stützendes und nährendes Glaubensgerüst tragen.
Unsere Wahrheit ist das, was wir glauben.
Wenn wir glauben, wir schaffen etwas nicht, oder wir seien nicht gut genug, dann wird das zu unserer Wahrheit.
Wenn wir glauben, dass wir gut genug sind und Dinge bewältigen können, dann wird das unsere Wahrheit.
Alles beginnt mit einem Gedanken und mit seiner Wiederholung.
Beobachte doch einmal, was du über dich denkst. Welche Sätze erzählst du dir immer wieder? Sind sie unterstützend? Tun sie dir gut? Oder wertest du dich selbst ab? Züchtest du innere Ungeheuer, die dir das Leben schwer machen oder gießt du Samen, aus denen Bäume wachsen, die dir Halt geben?
Wenn ich dich dabei unterstützen kann, herauszufinden, welche Mechanismen in dir wirken und wie du eine wohlwollende Sprache mit dir selbst entwickeln kannst, dann melde dich gerne bei mir.

KOMM IN DEINEN FLUSS

Wenn du dich in diesen Zeilen wiedererkennst, darf das der Anfang sein: der erste Schritt, deine Einsamkeit zu verstehen und neue Wege zu finden.
Du musst diesen Weg nicht allein gehen. In einem geschützten Rahmen begleite ich dich gerne dabei, wieder Nähe zu dir selbst und zu anderen zu finden.

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